
Psalm 23 (22)
Der Herr ist mein Hirte
Ein Psalm Davids.
1. Der Herr regieret mich, und nichts wird mir mangeln.
2. Auf einem Weideplatze, da hat er mich hingelagert. Am Wasser der Erquickung hat er mich auferzogen.
3. Meine Seele hat er bekehrt. Er hat mich geführt auf die Pfade der Gerechtigkeit, um seines Namens willen.
4. Denn wenn ich auch wandle mitten im Todesschatten, so fürchte ich kein Übel, weil du bei mir bist. Deine Rute und dein Stab, die haben mich getröstet.
5. Du hast vor meinen Augen einen Tisch bereitet wider die, so mich verfolgen. Du hast mit Öl gesalbet mein Haupt, und mein berauschender Kelch, wie herrlich ist er!
6. Und deine Barmherzigkeit wird mir folgen alle Tage meines Lebens, daß ich wohne im Hause des Herrn auf lange Zeit.
Contexte Historique
Der Psalm 23, in der traditionellen Zählung der Vulgata als Psalm 22 bekannt, ist einer der bekanntesten und beliebtesten Psalmen der Bibel. Er wird König David zugeschrieben und zeichnet das Bild Gottes als eines fürsorglichen Hirten, der seine Herde leitet, nährt und schützt. Dieses innige Bild des Vertrauens und der göttlichen Vorsehung hat den Psalm zu einem zentralen Gebet im Judentum und Christentum gemacht. In der katholischen Frömmigkeit wird er oft in Zeiten der Not, der Krankheit oder der Trauer gebetet, insbesondere im Stundengebet und bei der Spendung der Sterbesakramente, um Trost und die Gewissheit der ewigen Geborgenheit bei Gott zu spenden.
